Weihnachtsansprache von Prof. Dr. Stefan Hockertz Mariahilfkirche in Luzern am 15. Dezember 2024.

Glaube, Hoffnung, Liebe

https://www.youtube.com/watch?v=SkeZFSrwcSE

Liebe Gemeinde, liebe Freunde – und ich habe noch einen Ehrengast, den ich ankündigen möchte –, lieber Gott. Denn es heisst ja so schön: Wo zwei oder drei in einem Namen mit mir zusammen sind, da ist er mitten unter uns. Und ich bin fest der Meinung, er ist da. Deshalb wollte ich es nicht versäumen, ihn als Ehrengast zu begrüssen.

Ich bin Naturwissenschaftler von Hause aus. Ich bin aber auch Christ, ich bin gläubig. Ich glaube, das geht gar nicht anders, als dass man, wenn man Wissenschaftler ist, auch an Gott glaubt, denn vieles, was wir uns nicht erklären können, können wir nur gemeinsam mit ihm erklären.

Ich möchte Ihnen drei Tugenden – Glaube, Hoffnung und Liebe – näherbringen im Zusammenhang mit dem, was wir zur Zeit erleben. Ich möchte mit dem Glauben anfangen.

Glaube

Was hat man uns erzählt? «Follow the science» – glaube der Wissenschaft. Glaube den Politikern. Glaube denen, die uns sagen, wo es langgehen soll. Glaube denen, die das Beste für uns wollen. Glaube ist nicht Wissen, aber Glaube bedeutet doch viel mehr, als nur zu gehorchen. Glaube ist auch Vertrauen. Und wenn wir an die letzten fünf Jahre zurückdenken, was haben wir an Vertrauen verloren? Vertrauen in die Politik, Vertrauen in die Wissenschaft, Vertrauen in die Kirche – es ist dahin. Und wenn wir kein Vertrauen mehr haben, dann können wir eigentlich auch nicht mehr glauben. Wenn uns von der Politik gesagt wird, wir sollen glauben und dürfen gewisse Dinge, die uns erzählt werden, nicht mal mehr hinterfragen, dann hat das mit Glaube nichts mehr zu tun.

Denn Glaube kann Berge versetzen, wie man so schön sagt, Glaube ist mächtig. Deshalb spielt man mit diesem Glauben nicht, sondern man sollte ihn ernst nehmen. Wenn, dann sollte man an das Wort Gottes glauben, denn es schenkt uns drei Eigenschaften: Ruhe, Kraft und Stärke. Die innere Ruhe, die wir benötigen, um überhaupt glauben zu können und die Stärke, die uns stark macht, um anderen Menschen Kraft zu geben.

Glaube bedeutet auch, dass wir Zu- und Vertrauen haben. Und dass wir nie das Vertrauen in Gott verlieren sollten. Das Zutrauen zu Gott und Jesus, einem sehr, sehr guten Freund, der uns hilft, der uns unterstützt, der so mächtig ist, dass er alle Pseudomächtigen dieser Welt ganz locker in die Tasche steckt. Glauben an Gott bedeutet, sich uneingeschränkt auf ihn zu verlassen. Es gibt ein schönes Wort, das ich mir immer wieder sage: Wir können nie tiefer fallen als in Gottes Hand. Also dürfen wir uns fallen lassen. Das ist Glaube.

In 1. Johannes 5, Vers 4 steht es deutlich geschrieben: «Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.» Und es geht weiter mit etwas sehr Wichtigem für den nächsten Punkt Hoffnung: «Wer ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, der glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist?»

Hoffnung

Meine Damen und Herren, im Jahr 2008 hat ein Friedensnobelpreisträger, der gleichzeitig Kriege begonnen hat, Barack Obama, seinen Wahlkampf mit einem Wort überschrieben: «Hope». Hoffnung. Heute hoffen wir auf Menschen wie Trump, Musk, Kennedy. Sie arbeiten alle mit dem Prinzip Hoffnung: Da muss doch endlich mal jemand kommen, der aufräumt. Und wenn er das Ganze mit tausenden von Satelliten macht, wie Herr Musk.

Herr Kennedy hat ein tolles Buch geschrieben, in dem er eine Abrechnung angekündigt hat mit der Pharmaindustrie, mit dem ganzen Establishment. Er wird uns zeigen müssen, welche Taten er nun wirklich vollbringt – das habe ich ihm persönlich gesagt, mit dem Buch unterm Arm. Ob die Hoffnung, die wir in ihn oder in Trump haben, berechtigte Hoffnung ist. Oder ob es dann doch nur wieder eine Hoffnung ist, die zerstört wird. Eine Hoffnung auf Rettung, die gar keine Rettung darstellt.

Wenn wir hoffen, hoffen wir auf Gott – nicht auf Trump. Der ist nicht Gott, auch wenn er es gern wäre. Wenn wir auf den ultimativen Retter hoffen, der vom Himmel steigt, dann ist das Gott. Aber Gott braucht Streiter. Und ihr alle, die ihr hier sitzt, seid Gottesstreiter. Das Wort habe ich mir neu überlegt, weil ich denke, dass wir in dieser Welt Menschen brauchen, die sich streiten, für Gott streiten und dann die Hoffnung als Gottesgeschenk aufnehmen können. So dass aus vielen kleinen Hoffnungen eine grosse Hoffnung entstehen kann, die tatsächlich mächtig ist. Eine Hoffnung im Herzen der Menschen, in das wir dann einen Keim legen, der aufgeht und der wächst. Weil wir hoffen können, dass wenn wir uns streiten, wir einen Freund – Jesus – an unserer Seite haben, der mit uns streitet. Dann, liebe Freunde, haben wir die Hoffnung auf eine bessere Welt. Und nichts ist doch deutlicher als Sinnbild für Hoffnung, als dass er seinen Sohn als Kind in die Krippe gelegt hat.

Ein Mensch in der Bibel, der mich sehr beschäftigt hat, ist Hiob: Wenn jemand wirklich durch die tiefsten Tiefen gegangen ist und nur durch die Hoffnung leben konnte, dann war es Hiob. In 19, 10 wird beschrieben, wie er eine tiefe Hoffnungslosigkeit er erfuhr, wie seine Hoffnung entwurzelt wurde wie ein Baum. Und trotzdem sagt er in 19,25: «Ich weiss, dass mein Erlöser lebt», und in 19,29: «So fürchtet euch selbst vor dem Schwert, denn das Schwert wird die Sünden rächen, damit ihr wisst, dass es ein Gericht gibt.»

Freunde, es gibt ein Gericht. Das obliegt nicht uns. Ich sage immer wieder, dass wir verzeihen sollen, nicht vergessen. Dass wir aber nicht richten sollen, denn – auch das ist ein Teil dieser Hoffnung auf Gott – das wird Er dann tun.

Liebe

Die Liebe ist die stärkste aller drei Tugenden, so steht es geschrieben. So ist es auch, weil es uns ganz persönlich angeht. «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.» Nur wenn ich mich selber liebe, nur wenn ich selber mit mir im Reinen bin, kann ich andere Menschen lieben. Dann kann ich Liebe geben, Liebe schenken.

Doch was haben wir in den letzten vier, fünf Jahren erlebt? Selbstverachtung. Es wird Liebe aberzogen, Schuld wird anerzogen: Jeder kann mich anstecken. Jeder, der mir auf der Strasse begegnet, kann mir etwas Böses wollen. Ich selbst verachte mich, weil ich mich nicht habe impfen lassen oder was auch immer. Weil ich eine andere Meinung habe, weil ich einer Ideologie nicht entspreche –.

So können wir nicht lieben, und ich glaube, das ist eventuell auch ein Ziel derer, die Spaltung wollen: Dass wir uns selbst nicht mehr lieben können. Und damit auch nicht mehr in der Lage sind, Fehler, die wir einmal begangen haben, zuzugeben. Für etwas zu stehen. Resilienz zu zeigen. Resilienz ist ja nichts anderes als Liebe zu sich selbst, aus der heraus wir dann wieder Menschen lieben können.

Was bedeutet Resilienz? Eben nicht den Ideologien nachlaufen. Auch mal Druck aushalten, auch mal in den Widerstand gehen und sich wehren. Auch das gehört zur Selbstliebe, zur Selbstachtung. Und ihr werdet merken, wenn wir uns selber achten und lieben, dann können wir auch andere Menschen lieben. Dann können wir Brücken bauen. Dann können wir verzeihen.

Liebe kennt keine Spaltung in der Gesellschaft, Liebe kennt nur Mitfühlen und Verständnis. Und die Liebe ist mächtig. Johannes 3,16 sagt: «Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.» Und in 13,34 weiter: «Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt. Damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt.»

Ich habe vorhin mit Trump und Musk begonnen. Jetzt kommt eine ganz wichtige Aussage, denn daran werden wir sie messen – Vers 35: «Daran wird jedermann erkennen, dass Ihr meine Jünger seid, wenn Ihr Liebe untereinander habt.» Nur daran werden wir feststellen, dass diese Hoffnungsträger uns wirklich lieben und nicht nur sich selbst und die Macht. Daran werden wir erkennen, ob unsere Hoffnung in sie wirklich berechtigt war oder eben wahrscheinlich leider nicht.

Diese drei Tugenden, Glaube, Hoffnung, Liebe, fehlen in dieser Gesellschaft seit Langem immanent, und seit fünf Jahren so offensichtlich, dass es uns ins Gesicht springt. Sie werden verdreht, sie werden missachtet, sie werden unterbunden. Gegenseitiges Misstrauen, Verrat, Denunziation werden gefördert. Wir haben das alles erlebt.

Ich habe gelernt, dass aus dieser Kirche hier eine Moschee werden sollte – ich ziehe daraus, dass Glaube, Hoffnung und Liebe zerstört werden sollen, dass die Christenheit, die christliche Gesellschaft zerstört, das Christentum verfolgt und vernichtet werden soll. Dagegen müssen wir mit diesen drei Tugenden anstehen. Gottesstreiter habe ich das vorhin genannt.

Mit dem richtigen Glauben, mit der Hoffnung auf einen Gott und der wahren Liebe auch zu sich selbst und zum Nächsten besitzen wir ein Schwert. Ein mächtiges, scharfes Schwert, welches uns Kraft gibt, für eine bessere und vor allen Dingen würdevollere Welt, als wir sie im Moment sehen, zu streiten.

Ich möchte schliessen mit einem für euch und für uns alle in der Schweiz so wichtigen Schwur von 1291, der genau das widerspiegelt, was ich euch gerade vorgetragen habe:

«Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr.»

Das ist Liebe.

«Wir wollen frei sein, wie die Väter waren, eher den Tod, als in Knechtschaft leben.»

Das ist Hoffnung.

Und: «Wir wollen trauen auf den höchsten Gott und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen.»

Das ist Glaube.

Danke euch, danke Gott.

***

Diese Rede hielt Prof. Dr. Stefan Hockertz an der Weihnachtsfeier in der Mariahilfkirche in Luzern am 15. Dezember 2024.

SELBSTDENKER

aktuelle Kolumne von Prof. Dr. Stefan Hockertz und Sylvia Theis

https://diefreien.ch/selbstdenker/

Leiden unsere politischen Führer unter Talentlosigkeit? Oder widmen sie ihre Talente unethischen und falschen Zielen?

Als der Hirnforscher und Doktor der Biochemie und Neurologie Henning Beck im September 2023 in einem grossen deutschen Boulevardblatt sein Buch «12 Gesetze der Dummheit» vorstellte, konfrontierte er uns mit erstaunlichen neuen Begrifflichkeiten. Im Hinblick auf die Einführung einer Verbotskultur durch die deutsche Bundesregierung oder dem Agieren einer Gruppe mit dem selbst gewählten Namen «Letzte Generation» sprach Beck von «Kompetenzuntergang» und «Talentdürre».

Was verstehen wir unter Talent? Es ist eine aussergewöhnliche Begabung, die einen Menschen zu ungewöhnlichen und überdurchschnittlichen Leistungen auf einem bestimmten Gebiet befähigt. Der Besitz eines Talentes bedeutet eben auch, dass man ein Talent nicht erwerben oder gar veräussern kann, deshalb sprechen wir allerhöchstens von Talentförderung oder Talentschmiede. Es muss wohl in den Genen festgelegt oder von Gott als sein Geschenk in den jeweiligen Menschen gelegt sein.

Und da soll jetzt eine Dürre eingetreten sein? Eine Dürre ist ein scheinbar unabwendbares Ereignis, gegen das wir Menschen offenbar machtlos sind. Eine Naturkatastrophe, die nach langer Trockenheit das Überleben erschwert oder nahezu unmöglich macht.

Bedeutet Talentdürre, dass Gottes Geschenke an uns Menschen verdorren? Impliziert es nicht auch, dass wenn wir von den Dümmsten der Dummen regiert werden, dies ein unabwendbares Naturereignis darstellt? Das wäre schrecklich, denn wir wären diesem Geschehen hilflos ausgesetzt.

Zwar scheint Talentlosigkeit in politischen Führungspositionen eine Grundvoraussetzung für diesen Job zu sein. Es ist jedoch keinesfalls so, dass sich eine Dürre über das ganze Volk gelegt hätte. Nur: «Wenn der Klügere nachgibt (oder es ihm egal ist), regiert der Dumme die Welt.» Wenn Ideologen ihre Talente falschem und unethischem Gedankengut widmen, so ist dies keine Talentdürre.

Es ist vielmehr eine bewusste Nichtnutzung – oder ein Missbrauch ihrer Talente. Nichtsdestotrotz bleibt es ein Talent. Daher ist es sicher falsch, von einer Talentdürre zu sprechen, wenn man in Gesellschaft und Politik festzustellen meint, dass die zwölf Gesetze der Dummheit dort besonders weit verbreitet seien.

«Er hat ihr Herz mit Weisheit erfüllet, zu machen allerlei Werk» (2. Mose 35,35). Gott hat uns reich beschenkt mit Talenten. Doch unter diesen Regimen schafft es unsere Gesellschaft nicht mehr, die Talente unserer Kinder zu fördern und erstrahlen zu lassen. Ideologie, Uniformität, Gehorsam und Transhumanismus scheinen wichtiger als die Schönheit und das Potenzial zu erkennen, das aus den gottgegebenen Talenten entstehen kann. Und wenn sich die Regime – wie es vielerorts der Fall zu sein scheint – von Gott abwenden, wie sollen diese dann seine Geschenke überhaupt erkennen? Sie vermögen nicht mehr, als die Dürre weiter auszubreiten, aber dabei werden sie selbst verdursten. Und sie werden Rechenschaft ablegen müssen: «Jedem aber, dem viel gegeben ist – viel wird von ihm verlangt werden; und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man desto mehr fordern.»

von Prof. Dr. Stefan Hockertz und Sylvia Theis

***

Prof. Dr. Stefan Hockertz ist selbstständiger Toxikologe, Pharmakologe und Immunologe mit jahrzehntelanger Erfahrung im Bereich der Arzneimittelzulassung. tpi-consult.ch

Sylvia Theis ist diplomierte Betriebswirtin und Co-Geschäftsführerin eines Schweizer Unternehmens des Gesundheitswesens.

WikiSana

Gentherapie-Effekt – Bewusst eingeplante „Nebenwirkungen“ ?!

Gerade ist ein neuer Trailer zu einer meiner Sendungen auf YouTube veröffentlicht worden. Die vollständige Sendung dazu wird auch in diesem Fall aus rechtlichen Gründen nie auf YouTube erscheinen. Deshalb bitte diese Sendung mit folgendem Link mithelfen zu verbreiten:

Gentherapie-Effekt
https://youtu.be/uiy-KepnJPk
Prof. Dr. Stefan Hockertz

Die ganze Sendung ist nur über die grösste ganzheitsmedizinische Plattform wikiSana zu sehen und wie folgt abrufbar sei:

https://www.wikisana.ch?via=hockertz

Herzlichen Dank für diese Partnerschaft – und auch dafür, dass wir die Idee von «Pressefreiheit, von Verhinderung der Bücherverbrennung und vom Erhalt einer so wertvollen Videodatenbank aus der GanzheitsMedizin – miteinander verbreiten dürfen. Das macht Freude.

TALENTDÜRRE

aktuelle Kolumne von Prof. Dr. Stefan Hockertz und Sylvia Theis

https://diefreien.ch/talentdurre/

Leiden unsere politischen Führer unter Talentlosigkeit? Oder widmen sie ihre Talente unethischen und falschen Zielen?

Als der Hirnforscher und Doktor der Biochemie und Neurologie Henning Beck im September 2023 in einem grossen deutschen Boulevardblatt sein Buch «12 Gesetze der Dummheit» vorstellte, konfrontierte er uns mit erstaunlichen neuen Begrifflichkeiten. Im Hinblick auf die Einführung einer Verbotskultur durch die deutsche Bundesregierung oder dem Agieren einer Gruppe mit dem selbst gewählten Namen «Letzte Generation» sprach Beck von «Kompetenzuntergang» und «Talentdürre».

Was verstehen wir unter Talent? Es ist eine aussergewöhnliche Begabung, die einen Menschen zu ungewöhnlichen und überdurchschnittlichen Leistungen auf einem bestimmten Gebiet befähigt. Der Besitz eines Talentes bedeutet eben auch, dass man ein Talent nicht erwerben oder gar veräussern kann, deshalb sprechen wir allerhöchstens von Talentförderung oder Talentschmiede. Es muss wohl in den Genen festgelegt oder von Gott als sein Geschenk in den jeweiligen Menschen gelegt sein.

Und da soll jetzt eine Dürre eingetreten sein? Eine Dürre ist ein scheinbar unabwendbares Ereignis, gegen das wir Menschen offenbar machtlos sind. Eine Naturkatastrophe, die nach langer Trockenheit das Überleben erschwert oder nahezu unmöglich macht.

Bedeutet Talentdürre, dass Gottes Geschenke an uns Menschen verdorren? Impliziert es nicht auch, dass wenn wir von den Dümmsten der Dummen regiert werden, dies ein unabwendbares Naturereignis darstellt? Das wäre schrecklich, denn wir wären diesem Geschehen hilflos ausgesetzt.

Zwar scheint Talentlosigkeit in politischen Führungspositionen eine Grundvoraussetzung für diesen Job zu sein. Es ist jedoch keinesfalls so, dass sich eine Dürre über das ganze Volk gelegt hätte. Nur: «Wenn der Klügere nachgibt (oder es ihm egal ist), regiert der Dumme die Welt.» Wenn Ideologen ihre Talente falschem und unethischem Gedankengut widmen, so ist dies keine Talentdürre.

Es ist vielmehr eine bewusste Nichtnutzung – oder ein Missbrauch ihrer Talente. Nichtsdestotrotz bleibt es ein Talent. Daher ist es sicher falsch, von einer Talentdürre zu sprechen, wenn man in Gesellschaft und Politik festzustellen meint, dass die zwölf Gesetze der Dummheit dort besonders weit verbreitet seien.

«Er hat ihr Herz mit Weisheit erfüllet, zu machen allerlei Werk» (2. Mose 35,35). Gott hat uns reich beschenkt mit Talenten. Doch unter diesen Regimen schafft es unsere Gesellschaft nicht mehr, die Talente unserer Kinder zu fördern und erstrahlen zu lassen. Ideologie, Uniformität, Gehorsam und Transhumanismus scheinen wichtiger als die Schönheit und das Potenzial zu erkennen, das aus den gottgegebenen Talenten entstehen kann. Und wenn sich die Regime – wie es vielerorts der Fall zu sein scheint – von Gott abwenden, wie sollen diese dann seine Geschenke überhaupt erkennen? Sie vermögen nicht mehr, als die Dürre weiter auszubreiten, aber dabei werden sie selbst verdursten. Und sie werden Rechenschaft ablegen müssen: «Jedem aber, dem viel gegeben ist – viel wird von ihm verlangt werden; und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man desto mehr fordern.»

von Prof. Dr. Stefan Hockertz und Sylvia Theis

***

Prof. Dr. Stefan Hockertz ist selbstständiger Toxikologe, Pharmakologe und Immunologe mit jahrzehntelanger Erfahrung im Bereich der Arzneimittelzulassung. tpi-consult.ch

Sylvia Theis ist diplomierte Betriebswirtin und Co-Geschäftsführerin eines Schweizer Unternehmens des Gesundheitswesens.

Die geraubte Kindheit – von Stefan Hockertz

https://www.rubikon.news/artikel/geraubte-kindheit

Geraubte Kindheit

Von den verordneten Masken geht vor allem für Kinder und Jugendliche eine höchst gefährliche Symbolwirkung aus. Exklusivabdruck aus „Generation Maske“.

Und dann kam die Maske, der sogenannte Mund-Nase-Schutz. Am Anfang herrschte noch große Kreativität bei Form, Farbe und Design. Auch trugen viele das Emblem ihres Fußballvereins im Gesicht, einen coolen Spruch, Tierfratzen oder schräge Muster. Es war fast wie ein Wettbewerb um die auffälligste Vermummung. Mütter nähten im Akkord. Witze wurden gemacht. Corona? Maske, Toilettenpapier, Backhefe.

Maske tragen — das kannte man bislang nur von asiatischen Touristen sowie Chirurgen im OP — und es kam einem immer irgendwie befremdlich vor. Aber schnell nahmen die Alltagsmasken ihren Platz im Alltag ein. Sie sollen offenbar selbst vor Viren schützen, obwohl die Hersteller dies auf der Verpackung ausschließen. Wer keine Maske trägt, gefährdet nicht nur sich, sondern besonders auch die anderen. So wird es immer wieder gebetsmühlenartig postuliert vonseiten der Regierung. Ob dies tatsächlich so ist, werde ich im nächsten Kapitel genauer betrachten.

Zurück in die Schule. Das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes im Unterricht, in der Pause, an der Bushaltestelle, im Schulbus stellt für viele Kinder und Jugendliche eine echte Belastung dar. So ist es fast unmöglich, Befindlichkeiten, Gesichtsausdruck, Stimmung, Botschaften und Mimik zu erkennen.

Der Kabarettist Bülent Ceylan antwortet in einem Interview: „Früher hat man sich angelächelt, heute sieht man nur noch die Augen!“

Dazu kommen die gesundheitlichen Bedenken hinsichtlich der stundenlangen Gesichtsbedeckung: Infektionsanfälligkeit, Bakterien, Atemnot, Kurzatmigkeit, Kohlendioxid.

Wenn Schülerinnen und Schüler dazu aufgefordert werden, andere zu „melden“, die keine Maske tragen, dann bewegen wir uns auf gefährlichem Terrain. Nicht das kritische Nachfragen, die gesunde Skepsis und der berechtigte Zweifel an der Maßnahme „Maske“ sind anrüchig, sondern die Aufforderung zur Denunziation. Dazu der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann: „Melden von Corona-Verstößen ist sinnvoll.“

Ich plädiere für eine sorgfältige Schaden-Nutzen-Abwägung. Was kann die Mund-Nase-Bedeckung wirklich leisten? Ist die Verhältnismäßigkeit dieser Maßnahme gerechtfertigt? Ich erhebe den Anspruch auf evidenzbasierte, wissenschaftlich-sachliche Betrachtung und Untersuchung, fern von Lobbyismus, Rechthaberei oder parteipolitischem Geklüngel.

Abstand, Maske, Lüften: Das sind die „drei Eckpfeiler“ schulischer Maßnahmen zur Eindämmung beziehungsweise Verhinderung von Ansteckung. Es nimmt zuweilen schon fast groteske Züge an, wenn die Schüler mit Wolldecken, Wärmflaschen, Kissen und Teekannen im Klassenraum sitzen, weil den ganzen Vormittag die Fenster weit offenstehen. Erkältungskrankheiten sind somit vorprogrammiert. Lüften ist wichtig, ohne Frage. Aber im Winter stundenlanges Ausharren in kalten Räumen — wie soll da ein effektives Lernen möglich sein? Auch hier muss man feststellen, dass die aus Angst und Unsicherheit geborenen Maßnahmen überzogen sind. Grotesk mutet in diesem Zusammenhang auch der wohl gut gemeinte, jedoch lebensfremde Rat von Kanzlerin Angela Merkel an, frierende Kinder sollten Kälte in den Klassenräumen durch Kniebeugen und Händeklatschen entgegenwirken.

Und so sieht der Schulalltag aus: grüne und rote Pfeile auf dem Boden, vorgegebene Marschrichtungen, auseinandergezogene Stuhl- und Tischreihen und maßbandgetreues 1,50-Meter-Abstand-Anstehen beim Pausenverkauf. Aber dann ab in die überfüllten Busse — da hat man maximal 15 Zentimeter Abstand. Das ist absurd!

Die Kritik am Krisenmanagement der Bildungspolitiker wird immer lauter. Längst sehen nicht mehr nur ein paar „durchgeknallte“ Verschwörungstheoretiker und Endzeitpropheten massive Probleme auf uns zukommen.

Schier unüberschaubar sind inzwischen die Regelungen, Maßnahmen, Gebote, Gesetze, und täglich werden es mehr. Und immer der ängstliche Blick auf die Infektionszahlen: Wie ist es bei uns im Dorf, in der Stadt? Dazu kommt, dass jedes Bundesland andere Regelungen fährt: halbierte Klassen, Quarantäne, Homeschooling, Präsenzunterricht für alle, Maske im Unterricht für alle, Maske nur für weiterführende Schulen, Schulschließung, Wechsel- und Schichtbetrieb, Hybridunterricht. Welcher Weg ist der richtige? Dass Schulen keine Hotspots sind, dass das Ansteckungsrisiko von Kindern und Jugendlichen nicht so gravierend ist wie anfangs angenommen, hat sich inzwischen gezeigt.

Wir schauen jetzt also verstärkt auf die Kollateralschäden, die durch die Corona-Maßnahmen an Schulen drohen. Werden die Warnungen von Wissenschaftlern wirklich ernst genommen? Warum werden langfristige Schäden — vielleicht sogar irreversible — riskiert?

„Es droht eine Generation, die Corona ausbaden muss!“, so die Aussage von Thomas Krüger, Präsident des deutschen Kinderhilfswerks. Es entwickelt sich in unserer Gesellschaft eine „Generation Maske“!

In den Medien wird es oftmals so dargestellt, als ob die Kinder aus „sozial schwächeren“ Familien besonders unter Corona und den Folgen zu leiden hätten. Dem will ich widersprechen. Es gibt keine Klassifizierung von „Corona-Gewinnern“ und „Corona-Verlierern“.

Im Folgenden stelle ich eine Schülerin und einen Schüler vor — aus unterschiedlichen Kontexten und Altersstufen: Anna und Mario.

Anna ist 12 Jahre alt. Sie lebt in einem gut situierten Elternhaus, materielle Sorgen gibt es nicht. Anna ist ein sehr kreatives, sensibles Mädchen und äußert ihre Gefühle und Befindlichkeiten in feinen Zeichnungen. Seit ihrer frühen Kindheit leidet Anna unter Asthma. Das Mädchen hat die Erkrankung gut im Griff und steht unter regelmäßiger ärztlicher Beobachtung und Betreuung. Anna besucht eine Privatschule mit bester Ausstattung und differenziertem pädagogischen Angebot.

Wie an den Regelschulen gelten ebenso an Privatschulen die jeweiligen Corona-Verordnungen, so zum Beispiel auch die Pflicht, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Damit hat Anna große Probleme. Sie bekommt durch die Maske schlecht Luft, es wird ihr schwindelig, und sie gerät dann schnell in Panik. Anna will jedoch keine Extrabehandlung. Alle Klassenkameraden tragen Maske. Das Konzentrieren fällt ihr zunehmend schwer, sie ermüdet leicht. Erschwerend kommt hinzu, dass Anna privat nur eine Freundin treffen darf. So sind die aktuellen Kontaktgebote. Das Mädchen zieht sich zusehends in seine eigene Welt zurück.

Ein ärztliches Attest befreit Anna von der Maskenpflicht, und die Schule akzeptiert dies. Bei einer Lehrkraft soll das Mädchen jedoch in der letzten Sitzreihe Platz nehmen. Diese Maßnahme resultiert aus der Sorge des Lehrers, sich selbst anzustecken. Bei anderen Lehrern darf die Schülerin ihren angestammten Platz behalten. Das Kind fühlt sich angesichts dieser Behandlung stigmatisiert. Die Mutter sagt, die frühere Fröhlichkeit ihrer Tochter wäre Corona zum Opfer gefallen. Ob die Fröhlichkeit bald zurückkommt?

Mario ist 14 Jahre alt. Er lebt mit seiner Familie in einer Etagenwohnung. Mario spielt gerne Fußball im Verein oder ist mit seinen Freunden unterwegs. Beides ist derzeit nur bedingt möglich. Mario ist groß und kräftig, er braucht die Bewegung draußen. In der Wohnung wird es ihm schnell zu eng. Der Junge besucht die 8. Klasse der Hauptschule. Berufspraktika würden anstehen, aber die finden nicht statt. Für das Homeschooling hat er von der Schule ein Laptop ausgeliehen bekommen, denn sein Vater benötigt das familieneigene Gerät selbst. Mario erledigt die schulischen Aufgaben, aber ihm fehlt irgendwie die Motivation. Wenn er etwas nicht versteht, wen soll er denn in der Familie fragen?

Trotzdem schlägt er sich tapfer und bekommt vom Lehrer via Padlet lobende Kommentare. Mit seinen Mitschülern chattet Mario über WhatsApp. Zwei Mädchen aus seiner Klasse schmeißen ihn unvermittelt aus der Klassengruppe. Einfach so, ohne Grund. Das macht Mario unglaublich wütend, und er schickt einem der Mädchen eine Sprachnachricht, die es in sich hat. Darin droht er ihr und kündigt an, sie umzubringen — „mit Werkzeugen von meinem Vater, der ist Metzger“. Die Familie des Mädchens erstattet Strafanzeige gegen Mario. Er weiß selbst nicht so genau, warum er das gemacht hat, sagt er später bei der Polizei. „Ich war einfach total wütend!“

Einblicke in zwei Schüler-Realitäten zu Zeiten von Corona. Die Integration anders Denkender und anders Lernender, ja die Inklusion förderbedürftiger Schülerinnen und Schüler, ist erklärtes Bildungsziel und -recht. Dies im Schulalltag für alle Beteiligten optimal umzusetzen, gestaltete sich bereits vor Corona schwierig.

Ich habe es eingangs schon einmal zitiert:

Corona schafft nichts Neues, Corona deckt nur auf.

Die ermattete Gesellschaft – von Stefan Hockertz

https://www.rubikon.news/artikel/die-ermattete-gesellschaft

Die ermattete Gesellschaft

Die Corona-Politik raubt den Menschen ihre Lebensfreude. Exklusivabdruck aus „Generation Maske“.

Der Verlust von Energie, fehlende Antriebskraft und kollektives Burn-out sind Kennzeichen einer ermatteten Gesellschaft. Hartmut Rosa, Professor für Allgemeine und Theoretische Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, beobachtet gesellschaftliche Veränderungen im Zuge der Coronakrise.

Im Gespräch (August 2020) mit Die Furche-Chefredakteurin Doris Helmberger-Fleckl äußert sich Rosa dazu und wirft die Frage auf: Ist es möglich, dass die gesamte Gesellschaft ihre Energie verliert? Dass wir kollektiv ins Burn-out fallen? Empirische Daten lägen dazu noch nicht vor, so der Soziologe. Viele Menschen berichteten, dass sie sich gerade in der Zeit des Lockdowns, wo sie doch eigentlich mehr Zeit zur Verfügung hätten, müde, antriebslos und ermattet fühlten. Zuweilen habe man den Eindruck, dass selbst so alltägliche, körperliche Tätigkeiten wie Treppensteigen schier unmöglich erscheinen.

Selbst im Zuge der ersten Lockerungen nach dem Lockdown, wo Kneipen- oder Vereinsbesuche wieder möglich gewesen wären, zeigte sich, dass viele Menschen dennoch lieber zu Hause blieben — Verlust der Tatkraft aufgrund zunehmender Antriebslosigkeit und eines Mangels an Freude.

„Offensichtlich ist die Energie, die aus sozialem Kontakt und Begegnungen entsteht, gelähmt und stillgelegt worden“, so Rosa.

Er beschäftigt sich in Folge mit diesem Phänomen und stellt die Frage, wie sich zwischen Menschen Energie aufbauen kann und welchen Stellenwert dabei körperlicher Kontakt einnimmt. Die kinetische Energie, die Bewegungsenergie unserer Zeit ist durch Corona extrem gesunken, denn Reisen sind nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich, und unsere Aktionsradien sind deutlich verringert. So sind zum Beispiel über 90 Prozent der weltweiten Flüge ausgefallen, und Bahnreisen wurden durch Kapazitätsbeschränkungen infolge von Abstandsregelungen reduziert.

Professor Rosa nennt es die „massive Verkürzung der Weltreichweite“ — die bislang ja stetig angestiegen war. Gleichsam über Nacht und langfristig wurden unser Bewegungsradius und die damit verbundenen Freiheiten und Möglichkeiten sehr wesentlich eingeschränkt. Mir drängt sich hierbei das Bild eines Unschuldigen auf, der aufgrund eines Fehlurteils im Gefängnis sitzt.

Manche empfinden diese Verlangsamung als wohltuende Entschleunigung eines zuvor hektischen Alltages. Für eine große Anzahl der Menschen ist diese erzwungene Verlangsamung jedoch ein großer Stressfaktor, der sich durch Verlust oder Reduktion des Arbeitsplatzes, Kinderbetreuung unter schwierigen Bedingungen und Pflege von Angehörigen äußert. Zur verlangsamten Zeit kommt der reduzierte Raum. Die Beschränkung auf die eigene Wohnung, den engsten Umkreis, ist besonders für aktive und sehr soziale Menschen problematisch. Andererseits konnten manche Menschen diese Situation auch genießen. Sie sahen die Zeit des Innehaltens und der Langsamkeit als Möglichkeit, als Zugewinn.

Viele Menschen konnten neue Hobbys und bereichernde Optionen im häuslichen Umfeld für sich entdecken, wie zum Beispiel das Augenmerk auf gesunde Ernährung, die eigene Herstellung von Lebensmitteln, das Genießen von Kunst, Literatur und Musik als Folge von bewusst gestalteter Entschleunigung.

Diese bewusste Entschleunigung gelingt allerdings nur Menschen, die zuvor beschleunigt gelebt hatten und nun quasi auf ein normales Maß der Beweglichkeit und Bewegung zurückfahren können. Wie lange diese Entschleunigung als Wohltat erkannt wird, sei dahingestellt. Denn ein Zuviel an Entschleunigung bedeutet Stillstand. Es bleibt jedoch die Tatsache, dass das Leben nicht mehr so planbar und verfügbar ist, wie man es bisher gewohnt war. Plötzlich tritt etwas in unser Leben, das uns massiv außerhalb der schützenden eigenen vier Wände bedroht in Form eines unbekannten und erschreckenden Virus.

Hartmut Rosa bezeichnet das Coronavirus als „Monster der Unverfügbarkeit“.

Unkalkulierbare wirtschaftliche und soziale Auswirkungen, die wir nicht im Griff zu haben scheinen, bedrohen uns — ein Albtraum der modernen Zeit, in der alles machbar und kontrollierbar erscheint, jedoch in der Realität im Gegensatz zur Erwartung nicht kontrollierbar ist.

Die soziale Energie ist also reduziert, gelähmt, stillgelegt. Wie kann man die verschüttete intrinsische Motivation und Sehnsucht der Menschen nach sozialen Kontakten wieder neu entfachen? Die Frage ist, welche sozialen Energien diese Unverfügbarkeit nun freisetzt. Solidarität? Zivilcourage? Mut?

Zwei Tendenzen werden sichtbar: Gemeinsamkeit eint in der Krise, Einkaufen für den kranken Nachbarn, engerer Zusammenhalt in Familie und Bekanntenkreis. Die Not in der Krise vereint in neuer ungekannter Art und Weise und verschafft uns ein neues Empfinden von Gemeinschaftssinn. Es entsteht eine Solidarität im Sinne gegenseitiger Hilfe, aber auch Solidarität im Widerstand gegen die Zwangsmaßnahmen bis hin zu einer Solidarität mit denen, die Zwangsmaßnahmen zu verantworten haben (Stockholm-Syndrom). Letzteres mag mit dafür verantwortlich sein, dass sich in den ersten 8 Monaten der politischen Coronakrise nur wenige Menschen wirklich öffentlich gegen die NPI-Maßnahmen (Non-Pharmaceutical Interventions) äußerten beziehungsweise sie hinterfragten.

Aber andererseits: Gemeinsamkeit entzweit, das Virus kann überall sein, Ansteckung und potenzielle Gefahr können auch vom besten Kollegen ausgehen. Die Unschuldsvermutung, eine unserer Grundfesten des zivilisierten Zusammenlebens, wird brachial außer Kraft gesetzt. Die Folgen sind Misstrauen, Distanz und Rückzug. Schlagworte dieser Zeit. Eine paradoxe Situation, die gerade für Kinder und Jugendliche schwer zu bewältigen ist.

Hartmut Rosa stellt fest, dass Kinder und Jugendliche verstärkt unter Isolation und Abstandsgebot leiden, vor allem bezüglich ihrer „Peergroup“. Nähe, Körperkontakt und Interaktion sind Faktoren, die viele junge Menschen sehr vermissen. Wie wichtig für die emotionale und soziale Entwicklung der Freundeskreis der Gleichaltrigen ist, zeigt sich in den Antworten der Jugendlichen auf die Frage: „Was vermisst du am meisten?“ „Dass ich meine Freunde nicht treffen kann!“ Das Gefühl, wehrlos und machtlos zu sein, ist bitter, macht einsam und zuletzt sprachlos.

Unterricht vor Corona war Lernen im Team, Gruppenarbeit, Nähe, Miteinander, „die Köpfe zusammenstecken“. Wenn Lehrer jetzt die Kinder „auseinandertreiben“ müssen, zum Sitzen am Einzelplatz auffordern, zum Tragen von Maske anhalten, dann ist das vor allem für jüngere Kinder schwer zu verstehen, und noch schwerer ist es, sich nachhaltig an diese Abstandsregeln zu halten. Vor allem, weil diese Regeln weitgehend nicht logisch erklärbar, stimmig angewandt und daher für ein Kind nicht nachvollziehbar sind und sinnvoll verinnerlicht werden können. Dennoch ist Präsenzunterricht immer noch viel besser als die Isolation durch Homeschooling.

Fehlende soziale Energie führt nicht nur zu Mattigkeit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und depressiver Grundstimmung.

Die Lehrkräfte beobachten einen weiteren Aspekt im schulischen Kontext, ein „Ummünzen“ der sozialen Energie in Negativenergie, die Zunahme aggressiver Zwischenfälle und verbaler Pöbeleien, vermehrte Fälle von Mobbing, ja eine deutlich geringere Resilienz.

Ein bis dato völlig unauffälliger Schüler schmeißt ohne erkennbaren Anlass mit Vehemenz eine leere Flasche auf den Boden. Auf den herumliegenden Scherben trampelt er herum und ist schwer zu beruhigen.

Ein zweites Beispiel: Eine Meinungsverschiedenheit zwischen zwei Schülerinnen eskaliert derart heftig, dass sich beide Mädchen raufend und sich gegenseitig an den Haaren ziehend auf dem Boden wälzen und kaum zu trennen sind. Es könnten weitere Begebenheiten angeführt werden. Die Sprache ist vulgärer, der Ton deutlich rauer geworden.

Es ist auch hier das negative Vorbild von Politik und Gesellschaft, wo die Sprache deutlich rauer und unzivilisierter geworden ist. Begriffe wie „Zügel anziehen“ oder „brachial durchgreifen“, ja sogar Hasskommentare werden nahezu ungestraft und vor allem inflationär benutzt. „Ich hingegen möchte an dieser Stelle ausdrücklich um gesellschaftliche Nachteile für all jene ersuchen, die freiwillig auf eine Impfung verzichten. Möge die gesamte Republik mit dem Finger auf sie zeigen“ (1).

Zurück zum schulischen Kontext: Die Sprechstunde der Schulsozialarbeiterin ist so frequentiert wie nie. Der positive Effekt dabei ist, dass die Schülerinnen und Schüler aus freien Stücken, aus eigener Initiative heraus kommen.

Ich wende mich nochmals den Ausführungen des Herrn Professor Rosa zu. Er beschreibt die Welt, wie wir sie bis dato kennen, wie wir uns in ihr bewegen, als Aggressionspunkt: Es muss ganz viel bewegt werden — hohe Dynamik, hohes Wachstum und hohe Geschwindigkeit spielen dabei eine wichtige Rolle. Was ist daraus geworden in Zeiten des Lockdowns? Die massive Verlangsamung in der realen Welt. In der digitalen Welt dagegen „rasen die Ströme immer noch“. Eine hässliche Begleiterscheinung ist die Zunahme von Cybermobbing.

Von John F. Kennedy stammt der Spruch: „Das Wort Krise setzt sich im Chinesischen aus zwei Schriftzeichen zusammen — das eine bedeutet Gefahr und das andere Gelegenheit.“

Coronakrise als Gelegenheit? Krise als Chance? Was sagt der Soziologe dazu?

„Wenn man nach optimistischen Deutungen der Lage sucht, würde ich sagen, genau darin liegt die Chance: dass man neue Formen der Erfahrung des In-der-Welt-Seins und Miteinander-Umgehens erlebt, von denen wir vielleicht auch profitieren oder zehren können, wenn die ökonomischen Konsequenzen, die unerfüllbaren Steigerungszwänge zuschlagen.“

Derzeit fällt es zugegebenermaßen schwer, Positives und Chancen in der Krise zu entdecken. Der Verlust von Arbeitsplätzen, wankende Gesundheitssysteme, bildungspolitische Kapriolen, reduziertes Tempo, schwindende soziale Energie. Herausforderungen, die uns zum „Phönix aus der Asche“ machen? Das Virus, „der Feind“, zwingt uns dazu, diese Herausforderungen anzunehmen. Das Virus, das im Rahmen unserer Evolution immer ein Freund war, denn große Teile unseres Genoms bestehen aus viralem Erbmaterial, welches wir in der Evolution der Menschheitsgeschichte in uns inserierten und damit zum Beispiel erst komplexe Stoffwechselwege ermöglichten.

Ja, Solidarität ist spürbar, in Form von Rücksichtnahme der Jüngeren auf die Älteren und Schwächeren, auf die freiwillige Einschränkung der persönlichen Freiheiten. Aber Hartmut Rosa drückt es so aus: „Da bin ich nicht so überzeugt, dass die Corona-Erfahrung ausreicht, um uns plötzlich in durch und durch zivilisierte Menschen zu verwandeln. Wir sollten nicht blauäugig sein.“

Wir dürfen nicht resignieren, trotz der komplexen und gewaltigen Herausforderungen, vor denen wir stehen.

Atemlose Kindheit v. Harald Walach, Stefan Hockertz

https://www.rubikon.news/artikel/atemlose-kindheit

 

Unter Gesichtsmasken bei Kindern wurden inakzeptabel hohe Kohlendioxidwerte gemessen — die Schäden übersteigen den Nutzen erheblich.

Der Kohlendioxidgehalt in der Atemluft steigt bei Kindern unter Gesichtsmasken auf inakzeptabel hohe Werte von über 13.000 parts per million (ppm) schon nach 3 Minuten, fand eine Studie, die heute im renommierten Journal JAMA Pediatrics online publiziert wurde. Das könnte erklären, warum über 68 Prozent der Kinder einer großen Befragung der Universität Witten/Herdecke über Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Erschöpfung, und schlechte Stimmung klagen. Denn zu viel Kohlendioxid ist schädlich, wie das Umweltbundesamt schon 2008 feststellte: Mehr als 2.000 ppm (oder 0,2 vol%) sollten nicht in der Atemluft vorhanden sein. In der Atemluft im Freien liegt der Kohlendioxidgehalt bei etwa 400 ppm (0,04 vol%).

Die Forschung kam aufgrund einer Elterninitiative zustande und wurde koordiniert von Prof. Harald Walach, der an der Kinderklinik der Medizinischen Universität Poznan in Polen tätig ist, sowie als Gastprofessor an der Fakultät für Gesundheit der Universität Witten/Herdecke. „Die Eltern kamen auf uns zu, weil ihre Kinder über Probleme klagten“, sagt der Immunologe und Toxikologe Prof. Stefan Hockertz, der die Studie initiierte und vor Kurzem ein Buch zum Thema publiziert hat („Generation Maske“).

Helmut Traindl, promovierter Ingenieur aus Wien führte die Messungen durch, mit denen er langjährige Erfahrung hat. „Wir haben die Methode an Pilotmessungen erprobt“, sagt Traindl. „Die Kinder erhielten einen kleinen Messschlauch in Nasennähe befestigt, so dass wir den Kohlendioxidgehalt in 15 Sekunden-Abständen sauber bestimmen konnten.“ Andreas Diemer und Ronald Weikl, zwei Ärzte, begleiteten die Studie medizinisch. Sie sorgten auch für gute Durchlüftung des Messraumes. Dafür stellte die Kinderpsychotherapeutin Anna Kappes ihre Praxis in Müllheim zur Verfügung. Sie kümmerte sich um das Wohlbefinden der Kinder und der begleitenden Eltern.

Die Forscher maßen zunächst ohne Maske, dann in zufälliger Reihenfolge mit einer OP- Maske und einer FFP2-Maske, und schließlich nochmals ohne Maske das eingeatmete Kohlendioxid. „Uns interessierte vor allem der Kohlendioxidgehalt der eingeatmeten Luft“, erklärt Dr. Traindl. „Es erstaunte mich, dass dieser so rasch, nämlich bereits nach 1 Minute so hoch anstieg und ohne große Schwankungen auf hohem Niveau stabil verweilte.“ Wie kommt das zustande?

„Der Totraum in der Maske ist für Kinder im Verhältnis zu ihrem Gesicht besonders groß. Dort sammelt sich das ausgeatmete Kohlendioxid, mischt sich mit der einströmenden Luft und wird rückgeatmet“, erklärt der Arzt und Physiker Andreas Diemer den Vorgang. „Weil bei Kindern der Atemvorgang schneller geht und auch weniger Druck erzeugt, ist gerade bei ihnen das Problem des mangelnden Gas-Austausches besonders groß“, sagt Diemer. „Auch Kindermasken lösen das Problem nicht. Solche hatten wir nämlich auch“, meint Diemer.

„Die Daten sprechen eine klare Sprache“, sagt Prof. Walach, der Leiter der Studie, der die Daten ausgewertet hat. „Die Effekte sind sehr groß, klinisch hoch bedeutsam und statistisch sehr signifikant. Einen Unterschied zwischen den Masken sehen wir kaum, obwohl die FFP2- Masken mit 13.910 ppm einen höheren Wert erzeugen als die OP-Masken. Aber dieser ist mit 13.120 ppm immer noch mehr als 6-fach über dem, was das Umweltbundesamt als Grenze der Gesundheitsgefährdung einstuft. Daher wäre es aus unserer Sicht ein politisches und juristisches Gebot der Stunde, das Maskentragen bei Kindern als gesundheitsgefährdend einzustufen und keinesfalls mehr als pauschale Maßnahme zu verordnen. Schulen, Ämter und Behörden, die dies verlangen, machen sich aus unserer Sicht der Körperverletzung schuldig“, sagt Professor Walach.

Professor Hockertz, der in seinem Buch die vielfältigen Probleme aufzeigt, unterstützt dies und sagt: „Es ist ein Skandal, dass unsere Behörden solche Maßnahmen verordnet haben, ohne auch nur einen Anhaltspunkt für die Unbedenklichkeit von Gesichtsmasken bei Kindern gehabt zu haben. Eigentlich hätte eine solche Studie von Oberschulämtern durchgeführt werden müssen. Aber zwei Schulen, in Blaubeuren und im Landkreis Passau, die auf uns zugekommen sind, damit wir diese Studie dort durchführen, erhielten von ihren Oberschulämtern ein Verbot, eine solche Studie durchführen zu lassen. Wir hoffen sehr, dass durch unsere Daten etwas mehr Vernunft und Sachlichkeit in die Debatte kommt. Denn das Risiko für ein Kind, an COVID-19 zu erkranken ist wesentlich geringer, als einen psychischen oder körperlichen Schaden durch das Tragen der Masken zu erleiden“, meint Hockertz.

„Besonders die kleinen Kinder sind stark betroffen“, sagt Juliane Prentice aus Müllheim, eine der Organisatorinnen. „Das Kind mit den höchsten Kohlendioxidwerten, mit 25.000 ppm in der Einatemluft, also mehr als das 10fache dessen, was das Umweltbundesamt als Gefährdungsgrenze einstuft, war nur 7 Jahre alt.“

Insgesamt wurden 45 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren gemessen. „Der Kohlendioxidgehalt der Einatemluft nahm mit dem Alter deutlich ab. Aber selbst das Kind mit den niedrigsten Werten, ein 15-Jähriger, hatte mit 6.000 ppm Kohlendioxidgehalt noch das Dreifache des Grenzwertes in der Einatemluft,“ kommentiert Dr. Ronald Weikl, Arzt für Geburtshilfe und Frauenheilkunde in Passau, der zu den Organisatoren und Betreuern der Studie gehört. „Es führt kein Weg daran vorbei: Das Tragen von Masken bei Kindern ist eine ungeeignete Methode des Gesundheitsschutzes. Es schadet mehr, als es nutzt“, sagt der Arzt.